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Vorsprache beim BFA – Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl



Nachdem der Unmut über die langen Asylverfahren ständig steigt, haben wir – Kernteam Netzwerk Zuversicht – um einen Termin beim Direktor beim Bundesamt für Asyl- und Fremdenrecht gebeten. Am Donnerstag, 29.11.2015  war es soweit, Direktor Mag. Schraml und zwei Mitarbeiter empfingen uns freundlich und gaben uns bereitwillig Auskunft.
– Welche Stellen durchläuft ein Asylantrag?
Der Asylwerber stellt in den Erstaufnahmezentren Thalham oder Traiskirchen den Asylantrag. Das erste Interview wird von der Exekutive durchgeführt. Alle mitgebrachten Dokumente werden abgenommen. Der gesamte Akt kommt dann zu BfA, Linz und wird dort der Reihe nach den Bearbeitern zugeteilt. Dieser prüft die beigelegten Dokumente und lädt dann zu einem 2. Interview ein. Bei diesem zweiten Gespräch werden die gemachten Angaben überprüft, die Fluchtgründe noch einmal durchgesprochen. Danach sind ggf. weitere Dokumente oder Aussagen zu überprüfen. Sind diese Überprüfungen abgeschlossen, wird die Entscheidung über den Asylantrag gefällt. Die Entscheidung liegt im Normalfall alleine beim zuständigen Beamten. Der Asylwerber wird schriftlich informiert.
– Wieviele Beamte bearbeiten die Asylverfahren in Linz?
In Linz gibt es ca. 32 Beamte die z.Zt. 10.000 Anträge zu bearbeiten haben. Diese Zahl macht deutlich, warum es zu großen Verzögerungen kommt. Die Beamten sollen in den nächsten Monaten verdoppelt werden, die Ausbildung nimmt ungefähr ein halbes Jahr in Anspruch. Die Beamten arbeiten mit großem Einsatz, die Belastung ist sehr groß und viele sind bereit Überstunden zu leisten.
– Was ist für eine schnelle Abwicklung hilfreich?
Originaldokumente und beglaubigte Übersetzungen sind von großem Vorteil. Bereits abgeschlossene, zertifizierte Deutschprüfungen werden positiv bewertet. Wiederholte Anrufe der Asylwerber beim BfA sind nicht dienlich, sie blockieren wieder Zeit des Beamten. Der Asylwerber kann beim Interview eine Person seines Vertrauens mitnehmen.
Aktuelle Bilanz Österreich (Jänner – September 2015:
– Von Jänner bis September 2015 wurden 55.164 Anträge gestellt
– Im gleichen Zeitraum 2014 wurden 17.010 Anträge gestellt
was wurde abgearbeitet:
– 25.974 Statusentscheidungen nach dem Asylgesetz wurden getroffen (43 % mehr als im gesamten Jahr 2014)
– 6.025 Ausreisen wurden veranlasst (2.530 zwangsweise Außerlandesbringungen, 3.495 freiwillige Ausreisen)
– 23.098 Dokumentenverfahren wurden bearbeitet (Fremden- und Konventionsreisepässe)

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